Mit gegeltem Haar, perfektem Outfit (Lederjacke, Hemd,
FILA-Turnschuhe) und Kopfhörern schreitet unser Schönling täglich
gemächlich, selten pünktlich in das Klassenzimmer. Bei seinem
Morgengruß verschwindet der erste Eindruck von Arroganz augenblicklich.
Georg scheint oft ein wirklich sympathischer Charmeur zu sein. Doch bekanntlich
trügt der Schein. Zynismus ist sein Spezialgebiet. Fragt sich nur,
welcher Lehrer das akzeptiert (Georg hat natürlich Lieblinge in Sachen
„auf den Arm nehmen“).
BUT (according to Mr. P.): Unser lieber Georg war nicht
immer der Antonio Banderas und Jim Carey unter uns. In der 5. Klasse war
sein Erscheinungsbild etwas opulenter. Hat er doch bis zur Siebten sage
und schreibe - ach, ich weiß nicht - unendlich viele Kilos abgenommen.
So war er früher eher schüchtern und mir aufgrund seiner Metallica-T-shirt-Sammlung
(100 Stk.) ein bißchen suspekt.
Suspekt ist auch, daß er noch bei uns weilt. Irgendwie
hatte man bei ihm oft den Eindruck, daß er wohl leider im folgenden
Jahr eine Klasse unter uns sein würde. Aber jetzt ist er halt doch
in der 8. Schade eigentlich (Schmäh à la Georg). Witzig waren
bzw. sind unter anderem auch die Italienisch-Stunden mit ihm. Er beherrscht
die Sprache perfekt. Natürlich gibt es noch einige Verwechslungen:
in einer italienischen Bar bestellt Georg lieber Rucksäcke als Cappucino.
Also Georg, ich versteh‘, daß Steffi Dich manchmal
gar nicht leiden kann. Trotzdem - ohne Dich, hätt‘ ich keinen Sitznachbarn.(
Anne Wachter)